Was sich am neuen Rad setzt
- Schraubverbindungen setzen sich in den ersten Kilometern, sicherheitsrelevant vor allem an Lenker, Vorbau und Bremsanlage. KTM nennt das in der E-Bike-Betriebsanleitung ausdrücklich.
- Speichen setzen sich ebenfalls. Die Spannung muss geprüft und das Laufrad gegebenenfalls nachzentriert werden.
- Schalt- und Bremszüge längen sich in ihren Hüllen, Schaltung und Bremse brauchen dann eine Nachjustage.
- Steuersatz und Tretlager werden auf Spiel kontrolliert.
Wer den Termin auslässt, fährt im harmlosen Fall mit einer unsauber schaltenden Kette, im ernsten mit losen Schrauben an Lenker, Vorbau oder Bremse.
Wann: 200 Kilometer oder zwei Monate
Einen einheitlichen Normwert gibt es nicht. Die Angaben reichen von 100 bis 500 Kilometern beziehungsweise einem bis sechs Monaten, Schwerpunkt bei 200 bis 300 Kilometern oder zwei bis drei Monaten.
| Hersteller | Erste Wartung nach |
|---|---|
| KTM | 200 km |
| Specialized | 200 km |
| Cube | 200 km oder 2 Monate |
| Riese & Müller | 400 km |
| Trek | 25 Stunden Fahrzeit |
KTM schreibt den Termin in der E-Bike-Betriebsanleitung verbindlich vor, Specialized spricht eine Empfehlung aus, bei Cube halbiert sich der Wert bei sportlichem Einsatz. Als Faustregel gelten 200 Kilometer oder zwei Monate, je nachdem, was zuerst eintritt. Beim Zeitpunkt gibt es zwischen Rad ohne Motor und E-Bike keinen erkennbaren Unterschied, weil sich dieselben Teile setzen.
Was die Werkstatt prüft
Nachgezogen wird mit Drehmomentkontrolle, dazu Speichenspannung, Schaltung, Bremsen und Lagerspiel. Beim E-Bike gehören Fehlerspeicher auslesen, Software-Update, elektrische Kontakte und der Akku-Check dazu. Der ADAC betont, dass die Kontrolle des Batterie-Management-Systems Brandgefahr vorbeugt.
Zwischen den Terminen lassen sich der feste Sitz von Lenker und Vorbau und die spürbare Bremswirkung selbst prüfen. Die Nachjustage gehört in die Fachwerkstatt. Eine längere Liste zum Selbermachen steht in der Checkliste zum Saisonende.
Garantie und Gewährleistung
Die gesetzliche Gewährleistung gilt 24 Monate gegen den Verkäufer, unabhängig von jeder Inspektion. Anders die Herstellergarantie: Riese & Müller gewährt die fünfjährige Garantie auf Rahmen- und Schwingenbruch nur Erstbesitzern, die sich binnen vier Wochen registrieren und die Inspektionen vom Fachhändler im E-Bike-Pass eintragen lassen. Focus verlangt ebenfalls dokumentierte Inspektionen, Cube in den einsehbaren Bedingungen nicht.
Ein ab dem ersten Tag geführtes Scheckheft lohnt sich aber ohnehin, spätestens beim Fahrrad verkaufen oder wenn der Nachweis als Link ins Inserat soll. Bei einem Rad aus dem Dienstrad-Leasing zählt die Dokumentation ebenso.
Was die Erstinspektion kostet
Beim Kaufhändler ist sie häufig im Kaufpreis enthalten oder wird nicht gesondert berechnet. Verlassen kann man sich darauf nicht: Canyon nimmt 49,90 € in der eigenen Werkstatt in Koblenz, buchbar in den ersten sechs Monaten. Eine reguläre Inspektion kostet in Deutschland etwa 50 bis 100 € beim Fahrrad und 80 bis 150 € beim E-Bike.
Den Termin im Scheckheft festhalten
BikeTally führt das Scheckheft dazu. Trägst du beim frisch gekauften Rad das Kaufdatum ein, legt die App die Erstinspektion von sich aus als Serviceintervall an, solange der Kauf höchstens ein halbes Jahr zurückliegt und das Rad höchstens 300 km gelaufen ist. Das Intervall lautet 200 km oder acht Wochen ab Kauf, je nachdem, was zuerst eintritt. Die App erinnert rechtzeitig, und ändern oder löschen lässt sich das Intervall wie jedes andere. Die Kilometer kommen automatisiert aus Apple Health oder Strava, die Werkstattrechnung hältst du als Belegfoto fest. Fahrten aus Strava zählt die App nur mit, wenn ihnen dort eine Ausrüstung zugeordnet ist. Aus der Historie wird später das Scheckheft für Verkauf oder Übernahme. Wo der Hersteller einen eigenen Pass mit Händlereintrag verlangt, ergänzt die App-Historie diesen Nachweis, ersetzt ihn aber nicht.
Häufige Fragen
Wann ist die Erstinspektion fällig?
Als Faustregel nach 200 Kilometern oder zwei Monaten, je nachdem, was zuerst eintritt. Die Angaben der Hersteller liegen weiter auseinander, zwischen 100 und 500 Kilometern beziehungsweise einem und sechs Monaten.
Gilt für ein E-Bike ein anderer Zeitpunkt?
Nein, beim Zeitpunkt gibt es keinen erkennbaren Unterschied, weil sich dieselben Teile setzen. Beim Prüfumfang kommen Fehlerspeicher, Software-Update, elektrische Kontakte und der Akku-Check dazu.
Ist die Erstinspektion Pflicht?
Die gesetzliche Gewährleistung läuft unabhängig davon. Die Herstellergarantie kann daran hängen: Riese & Müller und Focus verlangen dokumentierte Inspektionen, Cube in den einsehbaren Bedingungen nicht.
Was kostet die Erstinspektion?
Beim Kaufhändler ist sie häufig im Kaufpreis enthalten oder wird nicht gesondert berechnet. Canyon nimmt 49,90 € in der eigenen Werkstatt in Koblenz. Eine reguläre Inspektion kostet in Deutschland etwa 50 bis 100 € beim Fahrrad und 80 bis 150 € beim E-Bike.